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Feuerwehrfähre „RPL 7“ drohte abzureißen


Nachdem bereits zwei Abende vorher ein Hochwassersteg auf dem überschwemmten Steiger der „RPL 7“ aufgebaut wurde mussten am Donnerstagmittag (02.06.2016, 14:00 Uhr) weitere Maßnahmen eingeleitet werden um eine sich anbahnende Katastrophe zu verhindern.
Hervorgerufen durch das Ahrhochwasser hatten sich riesige Mengen Treibholz und Unrat zu einem meterdicken Teppich von ca. 15 x 20 m vor dem Steiger und der Feuerwehrmehrzweckfähre „RPL 7“ angesammelt. Der enorme Druck der tonnenschweren Lasten drohten Fähre und Steiger zu beschädigen oder sogar abzureißen. Erste Versuche das Treibgut manuell zu entfernen wurden schnell eingestellt. Im zweiten Anlauf sollte ein Bagger eines ortsansässigen Tiefbauunternehmens das Treibgut vom Ufer aus beseitigen. Dies wurde jedoch verworfen, da der Baggereinsatz erhebliche Schäden an der Uferrasenfläche verursacht hätte. Auch die Bemühungen die „RPL 7“ mit ihren über 400 PS starken Dieselmaschinen frei zufahren scheiterten. Es war nicht möglich die Fähre auch nur einen Meter vorwärts zu bewegen um die Haltetaue zu lösen. Erschwert wurden die Arbeiten zusätzlich durch immer wieder einsetzenden Starkregenfälle, die die Feuerwehrleute bis auf die Haut durchnässten. Beim Umlegen der beiden Mehrzweckboote wurde das MZB 2 von zwei plötzlich auftauchenden Baumstämmen regelrecht aus dem Wasser gehoben und war sofort manövrierunfähig. Es musste von dem verbliebenen MZB 1 längsseits genommen und an den Steiger zurückgeschleppt werden.
In einer gemeinsamen Krisensitzung mit Bürgermeister Herbert Georgi entschieden die Verantwortlichen am frühen Abend einen Abbruch der Arbeiten. Zur Überwachung der Fähre und um den Eingriff im Notfall zu gewährleisten wurde eine zweischichtige Nachtschicht eingerichtet die aus Decksmannschaft und Schiffsführern bestand. Um 8:00 Uhr am nächsten Morgen sollte dann ein Schleppversuch mit der Personenfähre Linz-Kripp stattfinden um die „RLP 7“ frei zu bekommen. Die Lage spitzte sich in der Nacht aber immer weiter zu, so dass gegen 24:00 Uhr das Feuerwehrlöschboot RPL1 aus Koblenz und die Wasserschutzpolizei alarmiert wurden. Die darauf folgenden, bis ca. 3:00 Uhr dauernden, Schleppversuche konnten aber ebenfalls nicht zur Befreiung der „RLP 7“ beitragen.
Erst das beauftragte Baggerschiff „MS Doris“ der Fa. Lülsdorf in Mondorf konnte am Freitagmittag den Treibholz Teppich soweit reduzieren, dass die „RLP 7“ frei kam. Längsseits am Baggerschiff festgemacht wurde die Fähre einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Zusätzlich wurde mit den Strahlrudern der Doris der sich unter der Fähre angesammelte Treibholzteppich weggespült. Auch das beschädigte und manövrierunfähige Mehrzweckboot konnte im Laufe des Vormittages sicher zur Reparatur auf die Werft nach Oberwinter gebracht werden.
Nach dem Austausch einiger Feuerwehrkameraden, die teilweise noch vom Vorabend aktiv waren, sah die weitere Planung die Verlegung der „RPL 7“ für die nächsten kritischen Tage an einen sicheren Steiger des Wasserstraßen- und Schiffahrtsamts Koblenz im Brohler Hafen vor.
Auf der Fahrt nach Brohl fiel jedoch die Steuerbordmaschine wegen Überhitzung aus. Die Seewasserkästen hatten sich durch angesaugtes Kleinsttreibgut zugesetzt und die Kühlwasserförderung soweit eingeschränkt das die Maschine abschaltete.
Nach ein paar Telefonaten, unter anderem mit dem sich gerade in Urlaub befindlichen Inhaber der Oberwinterer Werft, Herrn Günter Müller, war die Entscheidung über das weitere Vorgehen gefallen. Die RPL7 drehte um und steuerte mit nur einer Maschine und langsamer Fahrt die Werft der Fa. Stahlbau Müller in Oberwinter an. Nach dem dortigen Eintreffen gegen 16:00 Uhr wurde die Fähre von den Werftmitarbeitern mit Hellingwagen auf das Trockene gezogen. Die Säuberung der Seekästen wurde umgehend von der Decksmannschaft und den Schiffsführern in Angriff genommen und nach ca. einer Stunde erfolgreich abgeschlossen.
Schon auf der Hinfahrt zur Werft wurde entschieden die RPL7 nicht mehr in den Brohler Hafen zu bringen und auch der jetzt zwar weitestgehend freie aber immer noch unsichere Kripper Heimatsteiger kam nicht in Betracht. Die Wahl fiel auf einen der Werft benachbarten freien Steiger als vorübergehenden Liegeplatz. Somit konnte die Fähre dann schnell und sicher vertäut und der Einsatz am Freitagabend gegen 18:30 Uhr endlich beendet werden.

-- T. Schmitt --